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13.3 Ausgewählte Kapitel zur Infrastruktur "Soziale und medizinische Einrichtungen"

13.3.1  Caritas-Klinik (Rastpfuhl-Krankenhaus)
Die Caritas-Klinik "St. Theresia" ist ein Krankenhaus mit ca. 370 Betten (Stand 2017) und 14 Fachabteilungen. Bis zum Jahr 2025 soll die Bettenzahl auf 466 erhöht werden. Seit 2011 besteht ein Verbund mit dem Krankenhaus Krankenhaus St. Josef in Dudweiler, Ende 2016 wurde eine Kooperation mit dem Klinikum Saarbrücken (Winterberg) beschlossen.
2006 gab es 873 Beschäftigte, davon 130 Ärzte.
Zu der Klinik gehört eine Notaufnahme, die pro Jahr ca. 27.000 Patienten versorgt. Die Zentrale Notaufnahme (ZNA) soll durch einen Neubau zukünftig bis zu 45.000 Fälle pro Jahr ermöglichen.  Die Kostenplanung sieht dafür 7,5 Mio. € vor, die Zeitplanung eine Inbetriebnahme im Jahr 2021.

St. Theresia 2008

Abb. 13.3.1: Altbau der Klinik St. Theresia von 1901 und das 2004 eröffnete Eingangsgebäude

Zum Krankenhaus St. Theresia auf dem Rastpfuhl, Postadresse Rheinstraße 2, gehören die Fachabteilungen:
  1. Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Tumorchirurgie
  2. Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
  3. Medizinischen Klinik mit dem Schwerpunkt Gastroenterologie / Endokrinologie / Infektiologie / Stoffwechsel- und Ernährungskrankheiten
  4. Frauenklinik (Geburtshilfe und Frauenheilkunde), seit 1971
  5. Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie (seit 2006)
  6. Klinik für Geriatrie
  7. Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, plastische Operationen
  8. Klinik für Hämatologie und Onkologie (seit 1988)
  9. Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie
  10. Neurologische Klinik (seit 2003) mit Stroke Unit (seit 2004)
  11. Klinik für Palliativmedizin (seit 1989)
  12. Klinik für Radioonkologie / Strahlentherapie (seit Januar 1999)
  13. Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädische Chirurgie (seit 1998)
  14. Urologische Klinik
sowie:
Auf dem Klinik-Gelände befinden sich außerdem folgende Einrichtungen, die jedoch nicht zum Krankenhaus "St. Theresia" gehören und teilweise nicht unter der Trägerschaft der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken mbH (cts) fallen:
St. Theresia ist seit Dezember 1982 akademisches Lehrkrankenhaus der Universität des Saarlandes.

Geschichtliches
Das Krankenhaus wurde in den Jahren 1900/1901 oberhalb des Rastbachs auf dem damals unbebauten Gebiet zwischen der Rastpfuhl-Siedlung und der bereits bebauten Burbacher Hubert-Müller-Straße errichtet. Auftraggeber war der Verband der Krankenkassen der Stadt Malstatt-Burbach nachdem die Stadtverwaltung (der bis 1909 selbstständigen Kommune) Malstatt-Burbach einen bereits 1897 eingereichten Antrag für den Bau abgelehnt hatten. Die Baukosten betrugen 100.000 Mark und wurden von den Krankenkassen aufgebracht, unterstützt durch eine großzügige Spende des Waggonfabrikanten Theodor Peter Lüttgens. Am 16. Juni 1901 wurde das Krankenhaus mit 20 Betten feierlich eingeweiht.
Die Erschließung erfolgte von Norden über die Moselstraße (heutiger Name: Ahrstraße) und von Süden über die Waldstraße. Von der heutigen Rheinstraße (damalige Bezeichnung: Deutsche Straße) existierte nur ein Stück zwischen der Moselstraße (Ahrstraße) und der Waldstraße als Zuweg zum Krankenhaus. Erst in den 1970er Jahren wurde die Rheinstraße durchgängig zwischen Lebacher Straße und Hubert-Müller-Straße ausgebaut, s.a. Kap. 11.1 Individualverkehrsinfrastruktur, Geschichtliches, Straßen.

Rastpuhl-Krankenhaus 1958
Quelle und ©: Landesbildstelle Saarland im LPM (Klippel, Marcel)
Abb. 13.3.1:
Rastpfuhl-Krankenhaus 1958  (höher aufgelöste Grafik als PDF-Datei)

Bereits 1909 erhielt das Krankenhaus elektrische Beleuchtung und das erste Röntgengerät wurde angeschafft. 1914 übernimmt die Allgemeine Ortskrankenkasse Saarbrücken die Trägerschaft. Der erste Weltkrieg verhindert einen weiteren Ausbau des Krankenhauses, die notwendige Erhöhung der Bettenkapazität kann nur durch eine Baracke des Roten Kreuzes erreicht werden.
1939 wird das Krankenhaus in die Räume des St. Wendeler Gymnasiums verlegt. Wie schon im ersten Weltkrieg  diente das Krankenhaus als Lazarett. Außerdem gab es einen Luftschutzraum. Bei einem Luftangriff am Abend des 5. Oktober 1944 wurde das Krankenhaus durch Bomben in Flammen gesetzt und schwer beschädigt.
Der Wiederaufbau nach Kriegsende gestaltete sich mangels Baumaterial schwierig. Bis Oktober 1945 standen lediglich 10 Betten zur Verfügung, Ende 1947 waren es 15 Betten. Erst ab Januar 1949 konnte die Kapazität auf 93 Betten erhöht werden.  Der Wiederaufbau dauerte bis 1950. Nun konnten 240 Betten belegt werden. Insgesamt kostete der Wiederaufbau ca. 168 Mio. Francs, bereitgestellt von der Landesversicherungsanstalt für Angestellte (LVA), die am 1. Juli 1947 die Trägerschaft übernommen hatte. Nach der Erweiterung des Hauptgebäudes und einem kleineren Neubau in den Jahren 1950/51 konnte dann die Bettenkapazität auf 274 erhöht werden.
Am 15. März 1965 übernimmt der "Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung e.V." die Trägerschaft des Krankenhauses. Ein seit Ende der 1950er Jahren geplanter Neubau wurde erst ab 1967 in geänderter Form umgesetzt. Die Bauarbeiten für das neue Haupthaus dauerten 4 Jahre und kosteten ca. 25 Mio. DM. Mit der Einweihung am 8. Dezember 1971 standen nun 350 Betten zur Verfügung. Gleichzeitig wurde das Krankenhaus in "Caritasklinik" St. Theresia" umbenannt.
In den Folgejahren gab es weitere Bautätigkeiten. Zwischen 1989 und 1995 wurde ein fünfgeschossiger An- und Verbindungsbau mit  9.000 m² Fläche errichtet.  1996 wurde ein Erweiterungsbau mit 1.800 m² Fläche eingeweiht.
Nach dem Abriss mehrerer alter Gebäude im März 2003 begannen die Bauarbeiten für ein neues Eingangsgebäude, das
am 27. Oktober 2004 nach 1 1/2 Jahren Bauzeit eingeweiht werden konnte. Die Baukosten betrugen rund 9,3 Millionen Euro.
In dem Gebäude ist unter anderem das Medizinische Versorgungszentrum untergebracht. 
Zwischen 2008 (erster Spatenstiche am 26. September) und Mai 2011 entstand für ca. 17 Mill. Euro ein neuer Trakt. Dazu gehören 7 neue Operationssäle, die Erweiterung der Strahlenklinik und Neubau der Intensivstation.
2013 wurde nach 15-monatiger Bauzeit der Neubau der Onkologische Klinik (Haus 6) fertig gestellt und bezogen.
Bereits zum 1. Januar 1993 ging die Trägerschaft des Krankenhauses vom Caritas-Verband auf die neu gegründete "Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken mbH (cts)" über. Offizieller Dienstherr ist  das katholische Bistum Trier. Die letzten Schwestern vom Orden "Heiliger Geist Koblenz" verließen jedoch bereits 1994 das Krankenhaus.

Quellen:

  1. Webseite der Caritas-Kliniken Saarbrücken
  2. CaritasKlinikum Saarbrücken, Standort St. Theresia auf Kliniken.de
  3. Konzentrierte Fachkompetenz zum Wohle der Patienten - 10 Jahre Medizinisches VersorgungsZentrum am CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia. Auf den Webseiten der cts
  4. Liste der Lehrkrankenhäuser auf der Webseite des Universitätsklinikums des Saarlandes
  5. Löffler, Karin: Abschied der Schwestern vom Krankenhaus. Saarbrücker Zeitung vom 03.03.1994
  6. Bredel, Otwin: Mehr Raum zum Heilen - Rastpfuhl-Klinik: Erweiterungsbau mit 1800 Quadratmetern eingeweiht. Saarbrücker Zeitung vom 03.07.1996
  7. Feilen, Thomas: Wohl fühlen ist das Rezept der Caritasklinik - Saarbrücker Krankenhaus stolz auf guten Ruf. Saarbrücker Zeitung vom 13.06.2006
  8. Pickuth, Dirk (Hrsg.): Gesundheit für Generationen : die Geschichte der Caritasklinik St. Theresia in Saarbrücken ; ein Beitrag zur Medizingeschichte des Saarlandes. Röhrig-Verlag, St. Ingbert, 2011, ISBN 978-3-86110-482-7
  9. Rolshausen, Martin: Mit der Beleuchtung kamen die X-Strahlen - Seit 100 Jahren gibt es auf dem Rastpfuhl Radiologie. Saarbrücker Zeitung vom 08.10.2009
  10. Webseite "Der Weltkrieg war vor deiner Tür" - Saarbrücken.
  11. Roth, Julius: Daten zur Burbacher Chronik 1313 bis 2000
  12. Hartmann, Michèle: Festakt in der Caritasklinik -  St. Theresia: Applaus fürs neue Haus. Saarbrücker Zeitung vom 28.10.2004
  13. Spatenstich auf dem Rastpfuhl. Saarbrücker Zeitung vom 27.09.2008
  14. Rolshausen, Martin: Operation gelungen – Klinik lebt, Caritas-Krankenhaus hat 17 Millionen Euro in seine Zukunft investiert. Saarbrücker Zeitung vom 07.05.2011
  15. Neues Tumorzentrum nimmt Arbeit auf. Saarbrücker Zeitung vom 24.04.2013
  16. Krankenhäuser beschließen Kooperation. Pressemitteilung des Caritas-Klinikums vom 25.11.2016, online.
  17. Kirch, Daniel: Neuer Krankenhausplan 2018-2025 - Was der neue Plan für die Kliniken bedeutet. In: Saarbrücker Zeitung vom 5. März 2018, online
  18. Kirch, Daniel: Neue Notaufnahme für 45 000 Patienten. In: Saarbrücker Zeitung vom 7. Februar 2020